Startseite Impressum Kontakt

Marienbildstock - Dumicke

Ansprache eines Dorfbewohners [2005]

Als vor 60 Jahren der schreckliche zweite Weltkrieg im Mai 1945 in Europa sein Ende fand, ging ein Aufatmen durch das ganze Land, wenn auch der endgültige Kriegsschluss in Ostasien offiziell am 02.09.1945 stattfand.

Wir alle, die Zeitzeugen, waren froh und dankbar, dass bei der Besetzung bzw. Eroberung durch die Amerikaner in unserer Schul- und Kapellengemeinde keinerlei Verluste an Mensch und Tier zu beklagen waren und keine Schäden an Gebäuden oder sonstigen Einrichtungen durch die Besetzung mit teilweisen Kampfhandlungen entstanden waren.

In den Kriegsjahren wurde unsere Kapellengemeinde von dem Pallottinern, Herrn Pater Arendt, und in den letzten Kriegsjahren von Herrn Pater Alois Hain betreut. Beide waren glühende Marien­verehrer der "Dreimal wunderbaren Mutter" von Schönstatt. Sie hatten hier in unserer Gemeinde viele Anhänger gefunden und die ganze Kapellengemeinde der Mutter Gottes geweiht und anvertraut. Diesen Schutz und Segen, viele nennen es heute Glück, war nicht selbstverständlich. In dem jetzt erschienenen Buch "Kriegszeit und Kriegsende im Drolshagener Land" sind anschaulich die Ereignisse und Nöte in anderen Dörfern der Umgebung dargestellt, die nicht so glimpflich davongekommen sind, wie wir hier.

So regte sich bald der Gedanke, nachdem im Juni 1945 die erste große Fronleichnams-Prozession durch alle Dörfer unserer Kapellengemeinde stattgefunden hatte, der Mutter Gottes ein sichtbares Zeichen des Dankes und der Verehrung zu errichten.
Das Muttergottesbild der MTA sollte den Bildstock schmücken und das Gepräge geben. Mein Vater und unser Nachbar Heinrich Lütticke, die anderen Männer befanden sich fast noch alle in der Gefangenschaft, bauten mit Pfosten und Balken den äußeren Rahmen.

Am 15. August 1945 wurde der Bildstock in feierlicher Prozession hier heraufgebracht und errichtet. Herr Pater Heinrich Felder, unser damaliger Seelsorger, hielt die Festansprache bei der Ein­weihung.
Weil Holz und Bild der Sauerländer Witterung nicht gewachsen war, wurde, nachdem wieder Baumaterial zu beschaffen war, der Bildstock von Robert Fernholz und Herrn Halbfas aus Germinghausen durch diese massive Bauweise 1948 ersetzt und das MTA-Bild durch eine Holzschnitzerei von Frater Bergmann (Rhode) haltbarer gemacht und am 15.08.1951 von Pater Meister eingesegnet.

Nach wiederholten Renovierungen wird diese Gebetsstätte hoffentlich noch Jahrzehnte überdauern und den Menschen Hilfe und Trost bereiten.
Möge dieser Bildstock unseren Nachkommen, aber auch den Touristen und Wanderern, zu einem kurzen Verweilen und zum Gebet anregen.

Die Gedenktafel hat folgenden Text:

Geschichte des Bildstocks

Der Bildstock wurde von den Bewohnern der Kapellengemeinde "St. Elisabeth Dumicke" im Sommer 1945 errichtet. Sie wollten damit ihre Dankbarkeit an die Gottesmutter Maria bezeugen, weil das Dumicketal von Kriegsschäden verschont blieb. Es soll Ausdruck des Dankes für die Lebenden und ein Mahnmal für die Nachkommen sein, dass das Vertrauen und Gebet zur Gottesmutter auch in großen Notlagen hilft:

"Ein Diener Mariens geht nie zu Grunde"
Das aus Holz geschnitzte Bild zeigt die "Dreimal wunderbare Mutter von Schönstatt" über dem Dorf thronend als Beschützerin der Gemeinde. Tag der Einweihung: Dumicke, 15. August 1945"

* * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * *

Friedhof - Dumicke

Neben der Errichtung der Kapelle St. Elisabeth und des Marienbildstocks wurde die Schaffung eines eigenen Friedhofs als sehr notwendig betrachtet, um auch der Toten in der Nähe gedenken zu können. 1945 begannen die Planungen. Der Bauer August Langenoht stiftete das Waldgrundstück, das 1946 im Frühjahr gerodet wurde. Das erste Begräbnis fand schon im Juni 1946 statt. Am 27. April 1947 fand die feierliche Einsegnung statt.

Friedhof - Dumicke

In den ersten Jahren waren die Nachbarn eines Verstorbenen für die Aushebung des Grabes zuständig. Diese Regelung stieß bald auf Schwierigkeiten, so dass ab 1952 ein dorfeigener Totengräber diesen Dienst übernahm. Auch heute noch wird von Hand ausgeschachtet.

Seitenanfang